Kloster Unser Lieben Frauen – Kunstmuseum Magdeburg
Das Kloster Unser Lieben Frauen ist das älteste erhaltene Gebäude Magdeburgs und eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke in ganz Deutschland. Das Prämonstratenser-Kloster wurde im 12. Jahrhundert erbaut – die ältesten Teile stammen aus der Zeit um 1126. Es überstand die Zerstörungen der Magdeburger Hochzeit 1631 und des Zweiten Weltkriegs weitgehend unversehrt.
Heute beherbergt es das Kunstmuseum Magdeburg mit einer umfangreichen Sammlung mittelalterlicher Skulpturen und zeitgenössischer Kunst. Die Dauerausstellung zeigt unter anderem:
- Romanische und gotische Steinskulpturen aus dem Mittelalter
- Malerei und Plastik des 20. und 21. Jahrhunderts
- Wechselnde Sonderausstellungen zu nationalen und internationalen Künstlern
Besonderes Highlight: Der romanische Kreuzgang mit seinen schlichten, aber eindrucksvollem Bogenarkaden und dem stillen Innengarten – einer der wenigen Orte in Magdeburg, an dem die mittelalterliche Atmosphäre unmittelbar spürbar ist.
Adresse: Regierungsstraße 4–6, 39104 Magdeburg. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise unter kunstmuseum-magdeburg.de.
Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Das Kulturhistorische Museum Magdeburg ist das bedeutendste stadtgeschichtliche Museum Sachsen-Anhalts und zeigt die Geschichte Magdeburgs von der Frühgeschichte bis in die Gegenwart. Untergebracht ist es im ehemaligen Kurfürstlichen Palais – einem der wenigen repräsentativen Barockgebäude, die in Magdeburg erhalten geblieben sind.
Highlight: Das Original des Magdeburger Reiters
Das Herzstück der Dauerausstellung ist das Original des Magdeburger Reiters – die älteste freistehende Reiterstatue nördlich der Alpen aus der Zeit um 1240. Das Original wurde aus Schutzgründen in das Museum überführt; auf dem Alten Markt steht heute eine Kopie. Im Museum kann man die Details aus nächster Nähe betrachten und die Restaurierungsgeschichte nachverfolgen.
Weitere Sammlungsschwerpunkte
- Ottonische Geschichte: Exponate zur Gründung des Erzbistums, Kaiser Otto I. und der Reichspolitik im 10. Jahrhundert
- Magdeburger Hochzeit 1631: Die Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges, die Magdeburg fast auslöschte – eindringliche Darstellung der Ereignisse
- Industriegeschichte: Magdeburgs Rolle als Industriestandort im 19. und frühen 20. Jahrhundert
- Otto von Guericke: Der berühmteste Sohn der Stadt, Erfinder der Vakuumpumpe und Durchführer des Magdeburger Halbkugeln-Experiments (1654)
- Stadtentwicklung bis heute: Vom Wiederaufbau nach 1945 bis zur Gegenwart
Adresse: Otto-von-Guericke-Straße 68–73, 39104 Magdeburg. Aktuelle Öffnungszeiten unter museum-magdeburg.de.
Theater Magdeburg
Das Theater Magdeburg ist die Hauptbühne der Stadt und eine der bedeutendsten Bühnen in Sachsen-Anhalt. Es umfasst Oper, Ballet, Schauspiel und Musical unter einem Dach und ist damit ein Mehrspartentheater – eine in dieser Form im ostdeutschen Raum seltene Konstellation.
Zur Infrastruktur gehören:
- Opernhaus (Universitätsplatz) – das Haupthaus mit 700 Plätzen, prächtig renoviert
- Schauspielhaus – für Sprechtheater und kleinere Inszenierungen
- Domfestspiele – jährliche Open-Air-Aufführungen auf dem Domplatz im Sommer
- Puppentheater Magdeburg – in Buckau, mit eigenem Ensemble und Spielplan für Kinder und Erwachsene
Die Spielzeit läuft von September bis Juli. Spielplan und Tickets unter theater-magdeburg.de.
Gesellschaftshaus Magdeburg
Das Gesellschaftshaus am Klosterbergegarten (Sudenburg) ist ein neoklassizistisches Konzertgebäude aus dem 19. Jahrhundert – die klassische Konzertstätte der Stadt für Orchester, Kammermusik und Gastspiele. Der anliegende Klosterbergegarten gilt als ältester Volksgarten Deutschlands.
Gruson-Gewächshäuser
Botanisch Interessierte finden in Buckau ein verstecktes Juwel: die Gruson-Gewächshäuser, eine historische Glashaus-Anlage, die 1896 vom Magdeburger Industriellen Hermann Gruson der Stadt geschenkt wurde. Es handelt sich um eine der ältesten noch erhaltenen und genutzten Gewächshausanlagen Deutschlands.
Die Anlage umfasst mehrere thematische Häuser mit tropischen Pflanzen, Sukkulenten, Kakteen und Nutzpflanzen. Besonders eindrucksvoll ist das Victoria-Haus mit riesigen Seerosen (Victoria amazonica), deren Blätter über einen Meter Durchmesser erreichen können.
Adresse: Schönebecker Straße 129b, 39104 Magdeburg. Aktuelle Öffnungszeiten unter gruson-gewaechshaeuser.de.
Weitere Kulturorte in Magdeburg
Puppentheater Magdeburg
Das Puppentheater Magdeburg in Buckau ist eines der renommiertesten Puppentheater Deutschlands – mit professionellem Ensemble, eigenem Spielplan für Kinder und Erwachsene und regelmäßigen Gastspielreisen.
Stadtbibliothek Magdeburg
Die Stadtbibliothek in der Breiter Weg (Innenstadt) ist nicht nur Ausleihbibliothek, sondern auch Veranstaltungsort – mit regelmäßigen Lesungen, Ausstellungen und Bildungsangeboten.
GETEC Arena
Die GETEC Arena ist die größte Sporthalle der Region – Heimspielstätte des Handball-Bundesligisten SC Magdeburg und Schauplatz nationaler und internationaler Großveranstaltungen. Konzerte, Sportereignisse und Entertainment-Shows finden hier regelmäßig statt.
1. FC Magdeburg – Aviva Stadion
Fußballfans verfolgen den 1. FC Magdeburg in der Avnet-Arena (früher MDCC-Arena) im Stadtteil Brückfeld – der Verein hat eine traditionsreiche Geschichte und spielt in der zweiten Bundesliga. Tickets und Spielplan unter fcmagdeburg.de.
Praktische Hinweise
Museumscard
Wer mehrere Museen besuchen möchte, sollte nach einer kombinierten Eintrittskarte fragen – die Städtischen Museen Magdeburg bieten gelegentlich Verbundtickets an. Aktuelle Information direkt beim jeweiligen Museum oder beim Magdeburger Tourismuszentrum.
Freier Eintritt
Der Magdeburger Dom ist kostenlos zugänglich (Spenden willkommen). Die öffentlichen Teile der Grünen Zitadelle sind ebenfalls kostenlos. Für Museen und Theatervorstellungen gelten die jeweiligen Eintrittspreise – Kinder, Schüler und Studenten erhalten in der Regel Ermäßigungen.
Kulturnacht Magdeburg
Einmal im Jahr öffnen Museen, Galerien, Ateliers und Bühnen ihre Türen bis weit nach Mitternacht – die Magdeburger Kulturnacht ist ein Fest für alle Kulturinteressierten und bietet auch Menschen, die sonst keine Museen besuchen, einen niedrigschwelligen Einstieg. Termine im Veranstaltungskalender der Stadt.
